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HABICHTSWALDKLINIK
Klinik für Ganzheitsmedizin und Naturheilkunde
Abteilung Innere Medizin und Naturheilkundliche Ambulanz
34131 Kassel - Bad Wilhelmshöhe
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Knochenschwund ©
Diagnostik und Therapie bei
Knochenschwund (2. Teil)
Kennen Sie schon Teil 1 zum
Thema
Knochenschwund
?
Quizfrage:
Welche Berufsgruppe ist am meisten durch Knochenschwund gefährdet?
a) Astronauten
b) Büroangestellte
c) Möbelpacker
d) Marathonläufer
Wie
kann man einen Knochenschwund erkennen?
Wenn Sie stürzen und sich dabei
den Knochen brechen (und der Sturz war eigentlich gar nicht so schlimm gewesen),
so liegt der Verdacht nahe, dass eine verminderte Stabilität des Knochens
besteht. Dann ist das Kind aber schon in den Brunnen gefallen. Einen Vorteil hat
der Knochenbruch übrigens: Jetzt bezahlt Ihre Krankenkasse wenigstens die
Knochendichtemessung. Vorher tut sie das nicht. Wenn es nicht so traurig wäre,
könnte man drüber lachen…
Manchmal äußert der Radiologe
(„Röntgenarzt“) auch den Verdacht auf einen Knochenschwund. Wenn er nämlich im
Röntgenbild (z.B. einer Brustkorb- oder einer Wirbelsäulenaufnahme), welches
eigentlich aus ganz anderem Anlass angefertigt wurde, sieht, dass die Knochen
recht transparent sind, dann befindet sich recht wenig Kalksalz im Knochen. Das
Kalzium ist es nämlich, welches hauptsächlich die Röntgenstrahlen aufhält, und
so die Unterschiede zwischen Knochen und Weichteilgeweben erkennen lässt.
Manchmal erkennt der Radiologe auch bisher unbekannte Frakturen oder
Veränderungen der Wirbelkörper, wie sie bei Knochenschwund auftreten.
Die genaueste Untersuchung zur
Beurteilung von Knochenschwund ist dann die
Knochendichtemessung (Osteodensitometrie).
Dabei wird ein Protonenstrahl (Wasserstoffionen) an bestimmten Stellen (meist
Lendenwirbelsäule und
Oberschenkelhals) durch den Knochen geschickt. Ist wenig
Kalzium im Knochen enthalten, so gehen viele Protonen hindurch. Die
Knochendichte ist dann niedrig. Der gemessene Wert wird anschließend mit der
Altersnorm verglichen. Wir können also sagen, ob die Knochendichte altersentsprechend ist oder bereits erheblich unter derjenigen von
Gleichaltrigen liegt. Außerdem vergleicht man den Wert mit der Knochendichte,
die 2,5 Standardabweichungen unterhalb der Norm junger Erwachsener liegt. Das
bezeichnet man dann als Knochenschwund (Werte zwischen 1 und 2,5
Standardabweichungen nennt man Osteopenie, also die Vorstufe von Knochenschwund).
Kritik an der Knochendichte
Die Knochendichte ist nicht
alles. Interessanterweise haben, was wenige wissen, Kinder und Jugendliche eine
Knochendichte, die etwa der von 70-80jährigen entspricht. Da Kinder (in der
Regel) mehr toben und stürzen als 80jährige müssten sie sich eigentlich alle
Nase lang die Haxen brechen. Warum ist das nicht so? Die Knochen von
Heranwachsenden sind zwar nicht sehr hart, sie sind aber elastischer. Ein
Beispiel: Ein frischer Zweig ist weich, Sie können ihn biegen, ohne dass er
bricht. Ein alter, trockener Ast ist zwar viel härter, aber wenn Sie ihn biegen
wollen, dann bricht er nach einigem Widerstand schließlich doch.
Fluoridpräparate sind
hervorragend geeignet, die Knochendichte rasch zu erhöhen. Alle Studien haben
dies ergeben. Als man jedoch in Studien nachweisen wollte, dass es auch zu einer
Verminderung der Knochenbrüche kommt, so erlebten die Wissenschaftler einige
böse Überraschungen. Zwar fand man in einigen Studien mit Fluorid eine
verminderte Knochenbruchrate, in anderen gab es zwischen den Probanden mit
Fluorid und denen mit Placebo (Scheinbehandlung) praktisch keinen Unterschied,
teilweise sogar mehr Brüche unter Fluorid. Die Behandlung der Knochenschwund mit
Fluoriden ist also umstritten bzw. darf nur unter bestimmten Voraussetzungen
stattfinden (kurze Behandlungsdauer von 2, maximal 5 Jahren, regelmäßige
Kontrollen, Fluoridtherapie nur bei so genannter low-turn-over-Knochenschwund,
Erklärung siehe unten). Ein Knochen mit hoher Dichte ist also hart,
möglicherweise aber auch spröde. Wir kennen bisher kein vernünftiges Verfahren,
um die Qualität des Knochens sicher zu beurteilen. Da wir nichts Besseres als
die Messung der Knochendichte haben, müssen wir in der Beurteilung von
Knochenschwund zunächst darauf zurückgreifen.
Gibt es Alternativen zur üblichen
Knochendichtemessung?
Neben der konventionellen
Knochendichtemessung mit Protonenstrahlen hat sich mittlerweile die
Spiral-CT-Untersuchung als praktisch gleichwertig erwiesen. Auch die Kosten
sind nahezu deckungsgleich. Was ist aber mit den immer mehr angebotenen
Ultraschallmessungen z.B. an der Ferse oder am Handgelenk? Diese
Untersuchungen haben den Vorteil, dass sie keine Strahlenbelastung aufweisen (im
Vergleich zu der geringen Belastung von Protonenstrahl oder CT) und dass sie
viel preiswerter sind. Sie haben aber zwei große Nachteile: Erstens messen Sie
nicht an den Stellen, die besonders bruchgefährdet sind, nämlich
Oberschenkelhals und Wirbelsäule. Zweitens ist bisher nicht bewiesen, dass die
gemessenen Werte denen der konventionellen Untersuchung gleichwertig oder gar
überlegen sind. Bis wir hier nicht zuverlässige Daten haben, würde ich von der
Ultraschallmessung der Knochendichte abraten und lieber ein paar Euro drauflegen
und die bewährten Verfahren zum Nachweis oder Ausschluss von Knochenschwund
wählen.
Kann man Knochenschwund nicht im
Blut feststellen?
Es wäre zu schön, wenn wir
einfach den
Kalziumgehalt
des Blutes messen würden und daraus ableiten
könnten, ob ein verminderter Kalziumgehalt des Körpers oder des Knochens
besteht. Leider gibt der Kalziumgehalt im Blut keinerlei Auskunft darüber, ob
bereits ein Knochenschwund besteht oder wie weit dieser fortgeschritten ist. Der
menschliche Körper verfügt über eine Vielzahl von Regelmechanismen, um den
Kalziumgehalt im Blut sehr stabil zu halten. Wir benötigen einen sehr stabilen
Kalziumblutspiegel für die korrekte elektrische Erregung von Nerven und Muskeln.
Weicht der Gehalt nur um ein Geringes von der Norm ab, so kommt es zu
Muskelkrämpfen. Ein Beispiel hierfür ist die Hyperventilationstetanie. Dabei
kommt es durch zu starkes Atmen (meist bei jungen, vegetativ labilen Frauen) zu
geringen Verschiebungen im Säure-Basen-Gleichgewicht im Blut mit der Folge einer
minimalen Absenkung des freien Serumkalziums. Dies reicht aber schon aus, um
teilweise dramatische Krämpfe auszulösen.
Der Kalziumgehalt im Blut ist nur
bei schweren Störungen erniedrigt, z.B. bei einem deutlichen
Vitamin D-Mangel.
Ansonsten ist er auch bei massivem Knochenschwund fast immer völlig im
Normbereich. Bei einer Knochenschwund-Labordiagnostik sollte der Wert trotzdem
mitbestimmt werden, um eine Hypokalzämie (zuwenig Kalzium im Blut)
auszuschließen. Sollte in seltenen Fällen eine solche nämlich nachweisbar sein,
so müsste nach Ursachen hierfür gefahndet werden. (z.B. schwerer
Vitamin D-Mangel, Hypoparathyreoidismus, nephrotisches Syndrom, Leberzirrhose)
Phosphat
sollte im Blut ebenfalls mitbestimmt werden, da bei bestimmten Störungen ein
Zuwenig vorliegt (z.B. Magersucht,
Vitamin D-Mangel, lang anhaltende
Durchfälle, Hyperparathyreoidismus) oder ein Zuviel (z.B. Nierenschwäche, hohe
Vitamin D-Zufuhr).
Aus den beiden Werten Kalzium und
Vitamin D kann man also sehr gut beurteilen, ob bei einer Störung im
Kalziumstoffwechsel eine der beiden mit am häufigsten Ursachen hierfür vorliegt,
nämlich Vitamin D-Mangel oder Hyperparathyreoidismus (Überfunktion der
Nebenschilddrüse).
Sehr sinnvoll ist es auch,
Vitamin D gleich
mitzubestimmen. 25-Hydroxy-Vitamin D3 (Calcediol) ist die Vorstufe des eigentlich aktiven
Vitamins 1,25-Dyhydroxy-Vitamin D3 (Calcitriol). Die Höhe des Calcediols wird
hauptsächlich von der Zufuhr über die Nahrung oder die Bildung in der Haut
(Sonnenbestrahlung!) bestimmt. Als Screening-Untersuchung reicht die Bestimmung
dieses Vitamins aus. Nur bei Nierenschwäche sollten Sie noch das eigentlich
aktive Calcetriol mitbestimmen lassen, welches aus dem Calcediol in der Niere
gebildet wird. Patienten mit schwerer Nierenschwäche haben trotz normaler
Calcediolwerte oft einen erniedrigten Calcetriolspiegel und weisen in der Folge
einen Knochenschwund auf.
Wenn ein manifester
Knochenschwund (oder auch nur eine Osteopenie) vorliegt, dann sollte der
Vitamin D-Spiegel schon in einen optimalen Bereich angehoben werden. Mit dem
Normalbereich sollten Sie sich dann nicht zufrieden geben. Der Normalbereich
beträgt für Calcediol 25 bis 300 nmol/l. Werte zwischen 25 und 50 sind aber
schon mangelverdächtig (besonders wenn sie im Sommer oder Herbst gemessen
werden, wenn unsere
Vitamin D-Speicher eigentlich durch die Sonne gefüllt sein
müssten). Als optimal werden heute aber Werte um 100 nmol/l angesehen. Bei hohem
Risiko oder bereits manifestem Knochenschwund sollten diese Werte auch angestrebt
werden.
In einer etwas
umfassenderen Knochenschwund-Diagnostik sollte auch das Parathormon nicht
fehlen. Parathormon ist das Hormon der Nebenschilddrüse. Es sorgt mit dafür,
dass Kalzium ins Blut gelangt, um dort den Spiegel aufrecht zu erhalten. Es
fördert die Aufnahme von Kalzium aus dem Darm, die Rückresorption von Kalzium
aus dem Primärharn der Niere und die Mobilisation von Kalzium aus dem Knochen.
Wenn mit der Nahrung also zuwenig Kalzium zugeführt wird (oder andere Ursachen
für einen Kalziummangel im Blut bestehen, z.B. schwerer
Vitamin D-Mangel), dann
sorgt das Parathormon dafür, dass die Blutspiegel noch lange Zeit aufrecht
erhalten werden können – zur Not auf Kosten des Knochens. Bei gutartigen Tumoren
der Nebenschilddrüse kommt es zu einer Überproduktion an Parathormon (primärer
Hyperparathyreoidismus). Diese Erkrankung ist immerhin nach dem
Diabetes
mellitus und Funktionsstörungen der Schilddrüse die dritthäufigste hormonelle
Erkrankung. In Routinebestimmungen fand man bei etwa einem Prozent der
Bevölkerung diese Störung, die lange Zeit ohne Symptome bleiben kann. Bei
bestehendem Knochenschwund lohnt es sich schon, gezielt danach zu suchen – die
Trefferrate wird dann deutlich über 1 % liegen.
Mit
Vitamin D-Mangel und Hyperparathyreoidismus haben wir schon zwei ganz wichtige, relativ häufige und
selten entdeckte Ursachen für Knochenschwund gefunden. Wir wissen aber noch
nichts über die Aktivität bei Knochenschwund. Wie schnell wird der Knochen denn nun
abgebaut? Hier gibt es mittlerweile mehrere Labormarker, die den Knochenumbau
widerspiegeln.
Zum einen können wir im
Blut die Alkalische Phosphatase (AP) bestimmen, die bei jedem
Knochenumbau freigesetzt wird. Wenn wir im Blut eine erhöhte AP finden, könnte
dies auf einen fortschreitenden Knochenschwund zurückzuführen sein. Das Problem ist,
dass die AP bei bestimmten Leber- oder Gallekrankheiten auch erhöht ist.
Spezifischer ist die so genannte Knochen-AP oder
Ostase. Auch im
Urin können wir einen erhöhten Knochenumbau bei Knochenschwund nachweisen. Hier
können wir die Pyrridinoline bestimmen, die aus der Bindegewebsmatrix des
Knochens stammen und bei vermehrtem Umbau ebenfalls erhöht sind. Hierfür wird
eine Probe des Morgenurins benötigt. Die Umbaumarker können zur
Therapiesteuerung eingesetzt werden, z.B. sollten Fluorid-Präparate nur bei
niedrigem Umbau, der so genannten low-turnover-
Ost
eoporose eingesetzt werden (ich habe
es allerdings noch nie gesehen, dass bei einem Patienten vor Fluorid-Therapie
diese Umbaumarker gemessen worden sind). Und AP und Pyrridinoline können sehr
gut zur Therapiekontrolle eingesetzt werden. Wenn die Therapie (egal ob mit
Vitamin D und Kalzium, mit Biphosphonaten oder mit einer anderen Knochenschwund-Therapie) greift, dann müssen diese Umbaumarker deutlich absinken.
Mit all diesen Werten
können wir zwar nicht das Ausmaß beim Knochenschwund und die Frakturgefahr
bestimmen, sie liefern uns aber wertvolle Informationen über mögliche Ursachen
und das Fortschreiten vom Knochenschwund. Warum werden diese Laborwerte so selten
bestimmt? Einerseits kennen sich viele Ärzte nicht mit den Möglichkeiten und der
Interpretation dieser Laborwerte aus, andererseits werden die Untersuchungen
nicht durchgeführt, weil der Kassenarzt damit sein Laborbudget ruinieren würde.
Wenn er zu viele, vor allem teure Laboruntersuchungen bei seinen Patienten
veranlasst, dann ist er schnell über dem Durchschnitt seiner Kollegen und läuft
Gefahr, in einen Regress zu kommen. Und einen Regress fürchtet der Kassenarzt
wie der Teufel das Weihwasser. Er möchte nämlich nicht in einen
Rechtfertigungsnotstand geraten oder gar die Laboruntersuchungen selbst
bezahlen, was man ihm auch nicht verdenken kann.
Die Kassen bezahlen ja
heute nur noch das, was absolut notwendig ist und nicht mehr das, was sinnvoll
ist (siehe Knochendichte, wenn der Haxen schon durch ist). Bei hohem Risiko oder
gar manifestem Knochenschwund sollten Sie diese Untersuchungen jedoch einfordern
und nötigenfalls auch aus eigener Tasche bezahlen. Die Kosten dafür:
Knochendichte: ca. 60 Euro
Laboruntersuchungen (s.o.):
ca. 100 bis 182 Euro
(je nach Umfang, evtl.
kommt man mit „abgespecktem“ Programm zu 100 Euro aus)
Die Untersuchungen sind
also nicht ganz billig. Aber vergleichen Sie diese doch einmal mit der
Inspektion Ihres Autos, für die Sie ohne mit der Wimper zu zucken mehrere
hundert Euros hinblättern. Vergleichen Sie diese Kosten doch auch einmal mit den
Kosten (und nervlichen und sonstigen Belastungen), die ein möglicher
Knochenbruch darstellt. Nicht jeder muss diese Untersuchungen haben, aber bei
entsprechender Indikation ist dies eine Investition in den eigenen Körper, die
sich lohnt. Die Knochendichte wird in unserer Klinik/Ambulanz nicht bestimmt,
die Laborwerte schon.
Genussmittel – welche
fördern den Knochenschwund?
Alkohol:
Alkohol ist ein Risikofaktor für die Osteoporose. Menschen, die viel
Alkohol
trinken, ernähren sich meist auch sonst nicht gesund und führen zuwenig Kalzium,
Vitamin D
und andere für die Vorbeugung notwendige Nährstoffe zu. Darüber hinaus hemmt
Alkohol die Funktion der Osteoblasten – das sind die
Knochenzellen, die den Knochen aufbauen.
Alkohol stört außerdem den
Vitamin D-Stoffwechsel und erhöht das Parathormon, welches Kalzium aus dem Knochen
mobilisiert.
Koffein:
Koffein wirkt über die Niere stark entwässernd. Leider gehen nicht nur Wasser
und Kochsalz, sondern auch andere Elektrolyte wie Kalzium, Magnesium und Zink
verlieren. Alle diese Stoffe benötigen wir für einen guten Knochen. Studien
haben ergeben, dass bereits bei einem Konsum von nur 2-3 Tassen Kaffee die
Knochendichte signifikant im Vergleich zu Nicht-Kaffeetrinkern erniedrigt ist.
Und wie viele Menschen trinken 5-10 Tassen oder mehr täglich!? Schwarztee und
Kola wirken natürlich auch ungünstig auf die Entwicklung von Knochenschwund, da
hier noch der Phosphatgehalt dieser Getränke hinzukommt (zum Phosphat siehe
auch
Knochenschwund
Teil 1). Interessanterweise konnten für Grüntee keine schädlichen
Auswirkungen auf die Entwicklung von Knochenschwund
festgestellt werden. Obwohl Grüntee auch Koffein enthält, scheint es hier noch
andere Schutzfaktoren zu geben (der moderate Fluorgehalt,
Phytoöstrogene?).
Nikotin:
Zigarettenkonsum wirkt ebenfalls ungünstig auf Knochenschwund. Man konnte
inzwischen nachweisen, dass die Knochenheilung nach Frakturen oder bei
Metallimplantaten bei Rauchern wesentlich schlechter verläuft. In Tierversuchen
fand sich unter Nikotinzufuhr auch eine verminderte Knochendichte.
Müssen wir jetzt ganz
asketisch leben und auf jegliche Genussmittel verzichten, um einen
Knochenschwund zu
vermeiden? Nein, glücklicherweise nicht. Es gibt ja auch viele Menschen, die
keinen Knochenschwund aufweisen, obwohl sie auch Kaffee trinken und sich mal ein
Schlückchen Alkohol genehmigen. Bei einer komplexen Erkrankung wie beim
Knochenschwund müssen wir eben auch komplex, sprich ganzheitlich vorgehen. Es sind
eben viele Faktoren, die den Knochenschwund beeinflussen. Es kommt auf die
Summation aller Faktoren an. Wenn Sie sich wirklich gesund im Sinne einer
Vorbeugung ernähren (siehe
Knochenschwund
Teil 1), sich richtig
bewegen (siehe unten) und auch genügend Sonne abbekommen, dann können Sie auch
einmal einen Kaffee oder ein Glas Wein vertragen. Die Realität schaut jedoch bei
vielen, so genannten zivilisierten Menschen folgendermaßen aus: Keine Bewegung,
jeder Weg wird mit dem Auto erledigt, Fahrstühle und Aufzüge werden den Treppen
vorgezogen, richtig essen tut man nicht (man oder frau will ja nicht dick
werden), und wenn, dann irgendwelche Schnellgerichte, im Büro wird dann eine
Kanne Kaffee runtergekippt, damit man leistungsfähig ist, tagsüber 20 Zigaretten
geraucht und abends „relaxt“ man dann mit einer halben Flasche Rotwein, weil der
doch so gesund sein soll. Mit einer solchen Lebensweise ist der Knochenschwund
wirklich vorprogrammiert. Wir sollten alle Faktoren berücksichtigen und je höher
unser individuelles Risiko ist (z.B. weil schon ein Knochenschwund vorliegt oder
in der Familie viele an Knochenschwund litten), umso intensiver muss ich mich mit
meiner Lebensweise und ggf. auch
Nahrungsergänzungen (oder bei fortgeschrittenem
Knochenschwund sogar stärkeren
Medikamenten) danach richten.
Bewegung – welche ist
richtig bei Knochenschwund?
Was glauben Sie, ist die beste
Bewegung bei oder zum Schutz vor Knochenschwund? Schwimmen, Radfahren, Joggen,
Krafttraining? Lassen Sie uns doch einmal schauen, was wir von einer
Berufsgruppe lernen können, bei der wir den Knochenschwund am wenigsten vermutet
hätten – den Astronauten. Als in den 70er Jahren die Raumfahrer über mehrere
Monate im Weltall blieben, kamen die jungen, durchtrainierten Kerle auf die Erde
zurück, spielten wieder Basketball, stürzten dabei auch einmal – und erlitten
eine
Schenkelhalsfraktur. Brüche, wie wir sie sonst nur von der alten Omi
kennen, die im Winter bei Glatteis ausgerutscht ist. Man maß die Knochendichte
der Astronauten und fand Werte wie bei 80jährigen! Die Ursache hierfür war rasch
klar: Die Schwerelosigkeit bot keinerlei Reize mehr für den Knochen, Kalzium
einzulagern – ähnlich wie bei einem Bettlägerigen auf der Erde, der seinen
Knochen auch abbaut und einen Knochenschwund entwickelt (wenn er lange genug liegt).
Die Therapie stand auch rasch fest: Die Astronauten müssen sich bewegen, um den
Knochen zu reizen. Also standen Ergometertraining und Expandertraining auf dem
Stundenplan. Und in der Tat wurde hierdurch der Abbau des Knochen aufgehalten,
aber nur ein klein wenig. Schließlich kam jemand auf die folgende Idee: Die
stärkste Belastung für den Knochen stellt das Joggen dar, also müssen wir die
Astronauten joggen lassen. Wenn man nun im Weltall anfangen würde zu joggen, so
würde man nach dem ersten Laufschritt an die Decke knallen. Doch für die
Astronauten (für Kosmonauten galt dasselbe) wurde eine Lösung gefunden: Sie
bekommen ein Mieder um die Hüften. Daran sind starke Gummistrippen befestigt,
die im Boden verankert sind. Wenn die Astronauten sich beim Joggen abstoßen,
werden sie von den Gummis wieder zurückgezogen. Der Aufprall des Fußes am Boden
ist dann die Erschütterung, die einen Reiz für den Knochen der Astronauten
darstellt.
Seitdem die Astronauten täglich
eine Stunde Sport machen (Ergometertraining + Krafttraining + Joggen), ist der
Knochenschwund praktisch besiegt. Das ist aber auch das Programm, was uns auf der
Erde entscheidend weiterhelfen würde. Wir können soviel Kalzium in uns
hineinschütten, wie wir wollen – wenn kein Reiz für den Knochen vorhanden ist,
dieses Kalzium einzubauen, schreitet der Knochenschwund voran. Also: Richtige
Ernährung + richtige Bewegung ist angesagt!
Schwimmen und Radfahren bringt
zur Vorbeugung oder Behandlung übrigens herzlich wenig, da wir beim Schwimmen ja
praktisch ebenfalls schwerelos sind. Beim Radfahren sind Sie ja auch vor
stärkeren Erschütterungen geschützt (wenn Sie nicht gerade über eine Buckelpiste
brettern). Günstiger sind Kraftübungen, die auch zu einer Verstärkung des
Knochens führen. Und am besten ist eben das Joggen. Wenn Sie vom
Herz-Kreislauf-System her nicht gut genug trainiert für das Joggen sind – grämen
Sie sich nicht. Ein strammes Spazierengehen (oder auf Neudeutsch: Walking) tut
es auch. Jeden Tag ½ Stunde spazieren gehen hat langfristig einen positiven
Einfluss auf die Knochendichte und den Knochenschwund im Vergleich zu den
Stubenhockern.
Stationäre Patienten können in
der Habichtswaldklinik das Walking unter krankengymnastischer Anleitung
erlernen. Die Knochenschwund-Laborwerte können bei stationären Patienten (wenn
Knochenschwund die Einweisungsdiagnose ist) oder in unserer naturheilkundlichen
Privatambulanz bestimmt und interpretiert werden.
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Warum haben wir
eigentlich Angst vor zu vielen Vitaminen, aber nicht vor dem
Mangel
mit seinen gravierenden Folgen?
Bei meinen
Patienten mit entsprechender Indikation messe ich regelmäßig den
Vitamin D-Spiegel, gebe dann etwas, wenn der Spiegel zu gering ist,
und kontrolliere nach drei Monaten. Ggf. muss dann die Dosis erhöht
werden. Manchmal muss ich sogar 3000 oder 4000 Einheiten gegen, um
den Mangel zu beheben. Nicht selten kommen die Patienten dann
aufgeregt zu mir und berichten, ihr Arzt haben ihnen dringend vor
der Einnahme von „Mega-Dosen“ des potentiell gefährlichen
Vitamin D
abgeraten. Wohlgemerkt: Die Patienten waren vorher in einem
skandalösen
Mangel. Die Werte waren von anderen Ärzten jedoch nie
überprüft worden. Nach der Gabe hoher Dosen lag der Spiegel
nachweisbar in einem optimalen Bereich – weit entfernt von einer
Überdosierung. Trotzdem wird ignorant vor der Gabe der als optimal
bewiesenen Dosis gewarnt.
Auf der anderen
Seite gibt es Studien, die belegen, dass Bewohner von deutschen
Altersheimen zu 100 % einen
Vitamin D-Mangel haben. Noch einmal zum
Mitschreiben: In deutschen Altersheimen gibt es praktisch keinen
Insassen, der einen optimalen
Vitamin D-Spiegel aufweist! Die
Bezeichnung Insasse ist treffend, da für zu wenig Bewegung gesorgt
wird und die Bewohner viel zu selten raus an die Sonne kommen – und
wenn, dann in dichten, schwarzen Kleidern, die keinen Sonnenstrahl
zur Haut durchlassen. Wenn jeder Bewohner dreimal pro Woche Fisch
oder jeden Tag 1000 Einheiten
Vitamin D bekäme, gäbe es mit
Sicherheit weniger
Oberschenkelhalsbrüche,
Krebsfälle und andere
Erkrankungen. Aber welcher Rentner wird schon auf
Vitamin D
untersucht? Stattdessen wird vor den angeblichen Gefahren von
Vitamin D
gewarnt. |
Lösung der
Quizfrage:
Nach dem Lesen des Artikels wissen Sie es natürlich schon: Es
sind die Astronauten – jedenfalls wenn Sie mehrere Wochen bis Monate im All
bleiben. Dann dürften die Büroangestellten kommen, die sich ja – in der Regel –
nicht durch besonders viel vor Knochenschwund schützender Bewegung auszeichnen.
Dazu kommt noch der weit verbreitete große Kaffeekonsum (in manchen Büros
arbeitet ja die Kaffeemaschine mehr als die Angestellten). Möbelpacker dürften
durch ihre Tätigkeit, die mit großem Krafteinsatz und vielem Treppensteigen
verbunden ist, über eine relativ gute Knochendichte verfügen. Und Marathonläufer
sollten durch die starke Knochenbelastung durch das Laufen über die höchste
Knochendichte verfügen. Vorausgesetzt, sie übertreiben nicht und trainieren
soviel, dass sie ein Untergewicht aufweisen. Von Marathonläuferinnen ist sogar
bekannt, dass sie aufgrund ihrer großen Trainingsumfänge ihre Periodenblutung
verlieren können. Spätestens dann ist nicht mehr von einem Schutzeffekt des
Laufens, sondern von einem Risikofaktor für den Knochenschwund auszugehen. Also:
Treiben Sie Kraftsport (Sie müssen ja kein Schwarzenegger werden) und laufen Sie
(es müssen ja keine 100 km pro Woche sein)! So erhalten Sie Ihre Knochen lange
stark und beugen dem Knochenschwund vor bzw. können sogar die Knochendichte etwas
verbessern.
Mit den besten Wünschen für Ihre Gesundheit
©
Dr. Volker
Schmiedel
Chefarzt der Inneren
Abteilung
FA für Physikalische und Rehabilitative Medizin
Naturheilverfahren, Homöopathie
Dozent für Biologische Medizin
(Univ. Mailand).

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Weitere Medizinische Informationen und Links für Patienten und Interessierte
- von Abnehmen bis Zöliakie -
finden Sie hier. |
Zur
Klärung weiterer medizinischer Fragen und Behandlungs- bzw.
Therapiemöglichkeiten stehe ich Ihnen im persönlichen Gespräch gerne zur
Verfügung. Bitte vereinbaren Sie zuvor einen Termin in der
naturkundlichen Privatambulanz.
Alle oben
erwähnten Laboruntersuchungen können in der Inneren Abteilung der
Habichtswaldklinik oder der Naturheilkundlichen Privatambulanz durchgeführt
werden.
Informationen über das Therapieangebot der Inneren Abteilung:
http://www.habichtswaldklinik.de/Die_Abteilung_Innere_Medizin.html
Informationen über ambulante
Diagnostik und Therapie:
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Unsere Klinik ist von allen
gesetzlichen Krankenversicherungen in Deutschland nach § 111 als
Rehabilitationsklinik anerkannt. Wir sind außerdem von allen privaten
Krankenkassen als gemischte Anstalt anerkannt. Die Kostenübernahme muss aber
zuvor bei dem jeweiligen Kostenträger beantragt werden. Bei Rückfragen bezügl.
der Kostenübernahme können Sie sich gerne an unseren Verwaltungsleiter, Herrn
Schenk, wenden (Servicetel.: 0800 / 8 90 11 00, Tel.: 0561-3108-621,
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