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Frauengruppe

Psychotherapie in der Frauengruppe und

Ayurveda-Erfahrungen mit Kombinationsbehandlungen 

Nach unseren Erfahrungen haben sich 4 Hauptbeweggründe herauskristallisiert, die Frauen veranlassen, sich für eine Frauengruppe / Frauentherapiegruppe zu entscheiden :  

1.   Frauengruppe für Frauen, die traumatisiert sind durch Gewalterfahrungen, wobei es sich oft, aber nicht immer um sexuelle Traumatisierungen durch wichtige Bezugspersonen handelt. Diese Gewalterfahrungen können frisch sein, liegen oft aber auch lange zurück und beeinträchtigen das Leben dieser Frauen dann indirekt doch unterschiedlichste psychische und körperliche Symptome.

2.   Frauengruppe für Frauen, die an einer Selbstwertproblematik leiden, die von ihnen als frauenspezifisch eingeschätzt wird, so z.B. wenn sie infolge Krankheit mit dem Verlust weiblicher Organe oder mit Funktionsverlusten konfrontiert sind und deren folgen zu tragen haben, oder auch, wenn Frauen meinen, gesellschaftlichen Weiblichkeitsklischees nicht oder nicht mehr zu entsprechen.

3.   Frauengruppe für Frauen, die in ihrer sexuellen Identität unsicher Frauen, die zur Auseinandersetzung mit ihrer jeweiligen Problematik einen geschützten weiblichen Raum suchen.

4.   Frauengruppe für Frauen, die die Symptomatik, unter der sie leiden, im weiteren Sinne in Zusammenhang bringen mit Weiblichkeit und deren Entwicklungsmöglichkeiten bzw. von ihnen erlebter Beschränkung ihrer Entwicklungsmöglichkeit. 

Die stationäre Psychotherapie in der Frauengruppe ist meist eingebettet in ambulante Therapie, die vorher bestand und nach Entlassung aus der stationären Psychotherapie weitergeführt wird. So nimmt die stationäre Behandlung in der Frauengruppe im therapeutischen Gesamtprozess einen gewissen, oft wichtigen Platz ein. Zugleich sollte sie eine abgerundete und in sich geschossene Sache sein, sich aber auch in das Gesamt des Therapieprozesses einordnen. Wir sind uns auch bewusst, dass wir Menschen auf ihrem Lebensweg zeitlich betrachtet meist nur ein ganz kleines Stück weit begleiten können. Wir erleben in der Arbeit aber oft, dass Patienten die stationäre Frauengruppe ntherapie an wichtigen Schnittpunkten und Kreuzungen auf ihrem Weg aufsuchen und dass es an diesen wichtigen Schnittstellen dann bei relativ geringer zeitlicher Quantität um so mehr auf ausgezeichnete Qualität in der Therapie ankommt.

In spezifisch weiblichen Psychotherapieräumen und in der Begegnung von Frauen tauchen immer wieder bestimmte Themenkomplexe auf und kommen in den Vordergrund: Das Mütterliche, das Schwesterliche, die Frage nach weiblichen Traditionen, Kraftquellen, Zufluchtsorten, nach weiblicher Lust und „last but not least“ nach weiblichen Werten. Alle diese Themen haben Licht- und Schattenseiten. So verbindet sich z.B. mit dem Mütterlichen auf der einen Seite alle früher gemachten Erfahrungen von nicht gewollt sein, nicht richtig sein, von weiblicher Minderwertigkeit, die von Frau zu Tochter weitergegeben wird, alle Enttäuschungen und aller Zorn über eine frustrierende, versagende, strafende Mutter. Auf der anderen Seite steht dem entgegen, was oft erst im Laufe der Frauengruppe ntherapie wiedergefunden wird: Alle Erinnerungen an Wärme, liebevolles Getragen- und Geschützsein, alle Erfahrung in der Beziehung, die bedeutet: „So wie du bist, bist du richtig und wunderbar“, alle Erfahrungen und Entfaltungen von eigener Mütterlichkeit, die wirkt, auch in der Beziehung der Frau zu sich selbst und in den Beziehungen zu Anderen, gerade auch in der Frauengruppe.

Patientinnen, die zu uns kommen, fühlen sich meist ganz überwiegend verbunden mit der scheinbar negativeren oder Schattenseite dieser Themen. Sie leiden daran und tun oft alles, um diese Schattenseiten zu bekämpfen, niederzuhalten, loszuwerden oder vor ihnen zu fliehen. Genau durch dieses Bemühen wird den Schattenthemen permanent Energie zugeführt, und je mehr Frauen auf der Flucht vor oder im Kampf mit den Schattenkomplexen sind, um so größer, machtvoller und quälender erscheinen diese.  

In der Psychotherapie auch in der Frauengruppe in guter Tradition da anfangend, wo die Patientin steht, sind wir hier darauf vorbereitet, anfänglich schnell mit den Schattenkomplexen jeglicher Thematik in Berührung zu kommen, uns ist es aber wichtig, dabei nicht stehen zu bleiben.

Im Sinne eines ganzheitlichen Menschenverständnisses arbeiten wir in der Frauengruppe von Anfang an mit Respekt für alle Bereiche menschlichen Lebens. Aufgrund dieser Haltung hoffen wir und machen auch die Erfahrung, dass Frauen sich in ihrem Sosein vollständig akzeptiert fühlen können und dann vielleicht auch Mut fassen können, ihre Thematik, an der sie leiden, ihr Problem, ihr Symptom, ihre Angst, auch erst mal einfach sein zu lassen, zu akzeptieren als etwas, was zur Zeit zu ihnen gehört, mal mit dem Kämpfen dagegen aufzuhören oder im auf der Flucht sein einmal inne zu halten.

Wenn das gelingt, geschieht immer wieder etwas, was die Patientinnen zunächst völlig verblüfft, die durch permanente negative Aufmerksamkeit energetisch auf ein ungeheuer bedrohliches Ausmaß angewachsenen Bereiche scheinen etwas zu schrumpfen. Dann ist Angst einfach einmal Angst, nicht mehr und nicht weniger.

Synthese Psychotherapie in der Frauengruppe - Ayurveda-Behandlung  

Die Ayurvedische Behandlung von Frauen erfolgt durch Frauen, die Therapie von Männern wird von männlichen Therapeuten durchgeführt. Auch hier entsteht also auf der Grundlage der alten indischen Wissenschaft vom Leben für Patientinnen ein spezieller Frauenraum.  

Ca. 20 Patientinnen aus den Frauentherapiegruppen haben bisher eine Kombinationsbehandlung Ayurveda und Psychotherapie gemacht und unsere Erfahrungen damit sind ganz überwiegend sehr positiv.  

Öffnung durch Ayurveda:  

Auflösung von starren Haltungsstrukturen durch Ayurveda mit der Möglichkeit, Verbindung zu dem eigenen Selbst wieder herzustellen  

Starre Haltungsstrukturen scheinen in ayurvedischen Ölbehandlungen lösbar zu sein und in dieser Lösung wird die Verbindung mit dem eigenem Selbst plötzlich wieder möglich, in der Stille kann die eigene innere Stimme wieder gehört werden, die Botschaften der Seele erreichen die Frau wieder, sie fühlt sich mit sich selber wieder in Kontakt. Diese öffnende Wirkung der Therapie wird gelegentlich zunächst durchaus als verwirrend, etwas ängstigend und aufwühlend erlebt. Das therapeutische Gespräch hilft dann, dieses doch starke Veränderungserleben zu verstehen und zu integrieren. Wenn solche Patientinnen nach ca. 2 Wochen ayurvedischer Mitbehandlung diese beenden, ist es wichtig, dass der Übergang in einen auch interaktionell intensiven psychotherapeutischen Prozess gut gelingt. Das kann er, wenn ihm einige Zeit gelassen wird und die Patientin mit therapeutischer Unterstützung den Wechsel aus der relativen äußeren Stille und Abgeschiedenheit der Ayurvedabehandlung in die oft lebhafte und zwischenmenschlich intensive Atmosphäre der Psychotherapie in der Frauengruppe sanft gestaltet.  

Psychotherapeutische Anamnese und Diagnostik, kombiniert mit ayurveda-medizinischer Beratung, Diagnostik und Therapie.  

Es gibt zwei Wege für die Integration von Psychotherapie und Ayurveda.

Zwei Zeitpunkte haben sich als besonders günstig für die Integration von ayurvedischer Behandlung und Psychotherapie erwiesen.  

Kombinierter Behandlungsweg Weg 1:

Zu Beginn des stationären Aufenthaltes  

Eine gute Möglichkeit ist relativ zu Beginn des stationären Aufenthaltes, nach erfolgter psychotherapeutischer Anamnese und Diagnostik und ayurvedischer Beratung.  

Dieser Weg hat sich als besonders geeignet gezeigt für Frauen, die aus voller beruflicher und familiärer Belastung hier herkommen, die in vielen Lebensbereichen nach Perfektion streben, möglichst gleichzeitig gute Mutter, liebevolle Ehefrau und kompetente berufstätige Frau sein wollen und das nach außen hin oft über lange Zeiten auch schaffen, sich dabei aber innerlich entleert und unlebendig fühlen, körperlich oft irgendwie erstarrt, häufig mit Schmerzsymptomen. Frauen, die viel leisten und viele andere Menschen zufrieden stellen und dabei langsam das Gefühl entwickeln, dass sie selber in ihrem Leben irgendwie auf der Strecke bleiben. Diese Frauen, für die die Pflicht, Leistung, Funktionieren und für andere sorgen im Leben an erster Stelle stehen, haben es oft nicht leicht, aus ihrem normalen Alltag in den Klinikalltag zu wechseln und gleich von der Psychotherapie zu profitieren.  

Für solche Frauen ist ein Einstieg in den therapeutischen Prozess über die Ayurvedabehandlung, natürlich in therapeutischer Begleitung, oft nicht nur eine große Erleichterung sondern ein Segen. Die Atmosphäre liebevoller Zuwendung und Achtsamkeit in der Ayurveda-Klinik kann von ihnen meist sofort als unendlich wohltuend angenommen werden, ebenso die intensive Erfahrung körperlicher Zuwendung in den ayurvedischen Behandlungen.  

Kombinierter Behandlungsweg 2:

Vor dem Ende der stationären Psychotherapie  

Die andere gute Möglichkeit zur zeitlichen Gestaltung der Therapiekombination ist die ayurvedische Behandlung am Ende der stationären Psychotherapie. Sie hat sich sehr bewährt für Frauen, die hierher kommen in einer Situation innerer Hochspannung, die überflutet werden von ihren Problemen, oft auch in solcher Form, dass zu Hause schon längere Zeit nichts mehr richtig gelungen ist, also im beruflichen Bereich Arbeitsplatzkonflikte, Krankschreibungen, Kündigungen vorliegen, in der Familie die Frauen ihren Erwartungen an sich selbst nicht mehr gerecht werden können, etwa darunter leiden, dass sie das Gefühl haben, ihre Kinder zu vernachlässigen oder schlecht zu behandeln, die zerquält sind von zerbrochenen Ehen, gescheiterten Ausbildungen und schwerwiegenden Konflikten mit ihnen nahestehenden Menschen. Diese Frauen leiden in der Tiefe ihrer Seele unter schweren Schuld- und Versagensgefühlen, tendieren zu Selbstbestrafungen und sind oft in der Abwehr von Schuld­ und Versagensgefühlen hochaggressiv nach außen.  

Stille, Zuwendung, in sich hineinhorchen sind in einer solchen Situation nahezu unerträglich und müssen eher vermieden werden. Diese Patientinnen brauchen zunächst dringend Ausdrucksmöglichkeiten, verwickeln sich quasi zwangsläufig von Anfang an in Konflikte und brauchen ein dichtes und klares psychotherapeutisches Setting, dass zugleich Raum und Struktur bietet. Erst wenn im therapeutischen Prozess nichtschädigende Ausdrucksmöglichkeiten gefunden worden sind, wenn sich Verständnis für die eigene Notlage entwickelt hat, wenn von Selbstbestrafung abgesehen werden kann und neue Bewältigungsmechanismen gefunden worden sind, kann am Ende stationärer Psychotherapie die Ayurvedabehandlung hoch integrativ wirken, in Bezug auf den durchlaufenen psychotherapeutischen Prozess, und den Patientinnen helfen, zu spüren und zu erkennen, dass auch in der Fülle und Weite Zentrierung möglich ist.  

Diese Patientinnen können den intensiv reinigenden Aspekt der Pancakarmakur meist auch sehr gut auf der symbolischen Ebene nutzen und in dieser abschließenden therapeutischen Phase sich reinigen von alten negativen Affirmationen, von ehemaligen schädlichen Verhaltensmustern und vor allem von Schuldgefühlen und Selbstabwertung.

Mit den besten Wünschen für Ihre Gesundheit  

Ihre Tilla Fischer
Oberärztin
Fachärztin für Psychotherapeutische Medizin
Rehabilitationswesen

Animationen animierte Augen

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Zur Klärung weiterer medizinischer Fragen und Behandlungs- bzw. Therapiemöglichkeiten steht Ihnen unsere Chefärztin im persönlichen Gespräch gerne zur Verfügung. Bitte vereinbaren Sie zuvor einen Termin in unserer Privatambulanz.

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Aktualisiert: Juni 2010

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